Anna-Katharina Rintelen
Anna-Katharina Rintelen
Martin Ganzkow zu den Bildern
von Anna-Katharina Rintelen

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Der Anspruch photographisch exakt abzubilden verwandelte sich in den Wunsch, Stimmungen, Empfindungen, Wahrnehmungen sichtbar werden zu lassen.
Wasser - Wolken - Wind - Spray - Regen - Blätter - Fischschwärme - Spermien - Musik - das sind nur einige der vielen Assoziationen, die den Menschen in den Sinn kommen, wenn sie mit meinen Bildern und Zeichnungen in Berührung kommen. Möglichkeiten, Schnappschüsse.
Ich muss die Bilder nicht verstehen. Ich widme mich nur ihnen. Aus der Nähe und in der Ferne. Lasst sie in ihrer eigenen Sprache sprechen. Benennt sie, damit ich sie wieder erkennen kann. Eintauchen. Sowohl während des Entstehungsprozesses als auch während der Betrachtung. In das, was sich nicht durch Worte ausdrücken lässt. Visualisieren Sie in Farben.
Arabisch lehrte mich, dass Rückwärts auch Vorwärts bedeuten kann. Tanzende Schrift.
Fremdes - Vertrautes.
Tanzen meine zweite Passion. Der Tango Argentino. Einlassen, Aufgeben. Spannung, Haltung. Auch hier: Rückwärtsgehen ist Vorwärtskommen. Sprache ohne Worte. Bewegung in Farben.
Hingabe die Kunst.
Seit ich begriffen habe, dass auch die Zeit relativ ist, erscheint mir vieles möglich. Zeitdehnen die Kunst.
Pole, Gegensätze faszinieren mich. Frage mich zum Beispiel, ob es so etwas wie eine absolute Grösse überhaupt gibt. Ob nicht wir die Unterschiede 'produzieren'; wir, die wir Farben, Entfernungen nur mit unserem Gehirn 'erfinden'.
«Les extrêmes se touchent».
Meine Tusche-Zeichnungen schenkten mir ein anderes Sehen. Das Nichterkennenkönnen. Das Sehen der Zwischenräume. Das Dazwischen. Die Analogie im Leben. Was wirklich wichtig ist.
Jetzt und jetzt und jetzt.
Lebendigkeit. Spannung. Schwingung. Bewegung, Resonanz. Rhythmus. Auf jeder Ebene. Ob hörbar, fühlbar, sichtbar, riechbar, schmeckbar – unsichtbar, unhörbar, unbemerkbar.
Der Tanz in allem.
Zustände, Lebensgefühle. Sind nicht sie es, was wir suchen?
Mich interessiert die Unschärfe. Das Nichterkennenkönnen. Das Nichtwissen. Das Ahnen.
Leben die Kunst.
Und weil ich nicht so viel in Worten ausdrücken kann
… male ich.